Schleusen am Main
Zunächst einmal sei festgehalten, daß ich hier nur ein paar theoretische Bemerkungen zum Schleusen machen kann. Meine Empfehlung ist, vor dem ersten eigenverantwortlichen Schleusen die Praxis zu üben. Beim Schleusentraining von funcharter beispielsweise wird man auf alle wichtigen Aspekte hingewiesen und man kann die Schleusung unter Anleitung sogar selber durchführen.
Größe der Crew
Am besten man ist zu dritt. Einer fährt das Boot und einer hilft mit Fendern und Bootshaken in der möglicherweise recht engen Schleuse. Die dritte Person bedient den Schleusenautomaten.
Zeitplanung
Für das Passieren einer Schleuse sollte man locker eine halbe Stunde einplanen. Dies beinhaltet das Absetzen der Personen, die die Schleuse bedienen, sowie die eigentliche Schleusung und das wieder an Bord nehmen der abgesetzten Crew-Mitglieder. Diese Zeitplanung setzt allerdings voraus, daß es keine Warteschlange von Booten in der Schleusenvorkammer gibt. Ansonsten kann die Schleusung ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen werden.
Halten des Bootes
Folgende Techniken habe ich schon beobachtet (die Leinen werden dabei selbstverständlich nicht fest belegt):
| Festmacher | Haltepunkte | Kommentar |
| Schleusenhaken | Gleitstange oder Leiter | praktisch, da nur eine Person gebunden ist |
| Vorspring+Achterspring | Gleitstange | etwas unpraktisch für eine Person |
| Vorleine+Achterleine | zwei Gleitstangen | etwas aufwendig, sehr sicher, 2 Personen |
| Bootshaken und Leine | Wand / Gleitstange(n) | weniger aufwendig, 2 Personen |
| Mittelleine | Gleitstange | ggf. anstrengend, eine Person |
| Bootshaken | Gleitstange oder Leiter | ggf. anstrengend, eine Person |
Schleusenautomat
Beim Bedienen der Schleuse gilt der Grundsatz: Anleitung lesen und Geduld haben. Möglicherweise gibt es unterschiedliche Anleitungen für das Schleusen zu Berg und zu Tal. Der pilzförmige Knopf am Schleusenautomaten muß dann gemäß Anleitung mehr oder weniger permanent gedrückt gehalten werden.
Beispiel
Auf diesem Bild sieht man die "Bootshaken an Gleitstange"-Technik, die wohl nur für sehr
erfahrene Bootsführer in Frage kommt.
Außerdem deutlich erkennbar sind
das einströmende Wasser am Obertor, die Leiter (an unerreichbarer Stelle) und der Drempel.
Offensichtlich handelt es sich um eine Bergschleusung.
Das Foto ist an der Sportbootschleuse Mühlheim aufgenommen.





